Sachliche Buchrezensionen. Woher nehmen?

24Mrz10

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Gib der Frau was auszufüllen und sie tuts und zwar augenblicklich. Hoch erfreut bin ich kürzlich über die Lese/Buch-Community Lovelybooks.de gefallen, hab brav mein Profil eingerichtet, einmal durchgewischt und dann die erste, eher eigenwillig formulierte Rezension gelesen – und mich pikiert abgewandt (so mach ich das übrigens auch bei Online-Adventures: ich bastel mir stundenlang einen Charakter, änder ihn eine trillion mal und bis ich das erste mal über eine Wiese laufe und tollwütige Murmeltiere schnittere, hab ich die Lust verloren).

Als Vielleser bin ich immer an Buchkritiken interessiert, gerate dann aber doch wieder ins Schwanken. Wem soll ich glauben?  Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, aber wenn ich bei einem Buch lese: „Wow, hin und weg, in einer Nacht durchgelesen. Flüssig geschrieben und ein extrem spannender Fall.“, es kaufe und der Handlungsstrang erst nach etwa 100 Seiten klar erkennbar ist, das Buch übelst schlecht (oder garnicht) lektoriert ist, und der ’spannende Fall‘ konstruiert und unlogisch ist und der Rest auch noch schlecht recherchiert, dann hat das mit Geschmack nichts zu tun. Aber ich wünschte mir solche Dinge eben in einer Rezension. Möglicherweise kauf ichs dann immer noch, weil es einen Aspekt gibt, der mich eben anspricht.

Ein Wort zum Inhalt. Erzähltechnik. Perspektiven? Ebenen eingehalten? Schlicht oder opulent? Metaphernlastig? Warum hats außerdem gefallen / nicht gefallen? Wo finde ich das? Perlentaucher.de sammelt Kritiken, aber mir ist die Seite an sich zu … wollknäulig. Amazon als Informationsplattform ist indiskutabel (Selbstverleger-Beweihräucherungen inklusive – Kritiken die nicht schmecken, löscht der eitle Autor ratzifatzi).

Man muss ja nicht (m)einer Meinung sein, aber ich möchte das Gefühl haben, dass es um eine Nachbetrachtung des Buchs geht und nicht um die eloquente Formulierung einer Meinung „Seht, ich habe den totalen Durchblick, das Buch ist schlecht und damit hat sichs!“.

Eine sachliche Kritik, die nicht durchgängig von persönlichen Empfindungen und Vorlieben  eingefärbt ist. Das ist schwer, in der Tat, aber wo find ich sie, die guten Rezensionen, die sich auch mal mit leichterer Unterhaltung befassen, mit Krimis für die breite Massen, mit problemlos weg zu schnupfenden Zeitgenossen wie z.B. Hartmut und Ich. Ich brauche bisweilen Kaugummi fürs Hirn, das ist nicht Frau Müller. Und neben amüsantem und gewitzter Unterhaltung gibts soviel Dröges das man nicht kaufen sollte, aber versehentlich kauft, weil irgendein Hirni der den Autor persönlich kennt behauptet hat, dass XYZ ein guter, witziger Krimi ist und seinesgleichen sucht. HA. Reingefallen! 10Euro versenkt.

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